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Es ist, so scheint's eher ein Landstrich von herber denn barocker Schönheit, welcher sich da vom
altehrwürdigen Zerbst bis gegen die Niederlausitz und von der Brandenburgischen Zauche bis
zu den Elbauen hin erstreckt. Auch dem aufmerksamen Betrachter erschließt sich der Charme
des Flämings häufig erst auf den "zweiten" Blick.
Was mag wohl die ersten Fläminger, vor allem die "von Überschwemmungen gequälten"
(Chronik aus dem 12. Jahrhundert) Flamen, Holländer und Seeländer bewogen haben,
sich gerade hier niederzulassen? Was trieb sie ausgerechnet in unsere Gegend?
Bis ins letzte werden wir es sicher nie ganz erfahren.
Was wir aber wissen ist, dass die ersten Siedler in der Fremde willkommen geheißen
wurden von den slawischen Wenden, die hier seit vielen Generationen lebten, und dass
es Frieden gab. Und wir wissen auch, dass es der gemeinsame Fleiß der Menschen war,
der den kargen Böden zu allen Zeiten immer wieder das Brot abrang.
Bis in unsere Tage gibt die Landwirtschaft dem Fläming das Gepräge. Nach der
Hungersnot 1760 baute man auch dort, widerstrebend noch, erstmals Kartoffeln an.
Sie ergänzten die bis dahin vorherrschenden Getreidekulturen und gaben der rasch
anwachsenden Bevölkerung eine neue wertvolle Grundlage für die Ernährung. Wie man
nachlesen kann, hatte daran Friedrich II. von Preußen nicht geringen Anteil, dessen
Vorstellungen von der Landwirtschaft bis in das Fürstentum Anhalt-Zerbst ausstrahlten.
Für die nachfolgenden Jahrhunderte verzeichneten die Chronisten, dass
immer mehr Flächen mit den schmackhaften Erdäpfeln bestellt wurden,
gerade auch im mittleren Bereich des südlichen Flämings. Wen wundert's,
erbrachten doch sie auf den überwiegend leichten Äckern günstige
Erträge. |
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